Padel-Regeln einfach erklärt (Stand 2026)
Aktualisiert am 26. September 2026
Padel wird fast immer im Doppel gespielt, zwei gegen zwei, auf einem Platz von 20 × 10 Metern, der rundherum von Glaswänden und Gitter umschlossen ist. Gezählt wird wie im Tennis. Der grosse Unterschied: Der Ball darf nach dem Aufprall von der Wand abprallen und bleibt im Spiel. Diese Zusammenfassung folgt dem offiziellen Regelwerk des Weltverbands FIP in der Fassung ab 1. Januar 2026.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Aufschlag von unten: Ball auf den Boden tippen, auf oder unter Hüfthöhe treffen, diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld.
- Der Ball muss auf deiner Seite genau einmal den Boden berühren oder direkt als Volley gespielt werden.
- Nach dem Bodenkontakt darf er an die Wände und das Gitter prallen, du spielst ihn danach zurück.
- Du darfst den Ball auch über die eigene Wand zurückspielen, er muss aber im gegnerischen Feld zuerst den Boden treffen.
- Gezählt wird 15, 30, 40, Spiel; ein Satz geht bis 6 Spiele, ein Match über 2 Gewinnsätze.
Der Platz
Das Feld misst innen 20 × 10 Meter. Das Netz ist in der Mitte 88 cm hoch und steigt an den Seiten auf 92 cm. Die Aufschlaglinien liegen 6,95 Meter vom Netz entfernt. An den Stirnseiten stehen 3 Meter hohe Wände mit einem Meter Gitter darüber, an den Seiten Wände und Gitter in zwei zulässigen Varianten.
Der Aufschlag
Jeder Punkt beginnt mit einem Aufschlag, und wie im Tennis hast du zwei Versuche. Die Regeln dafür:
- Du stehst mit einem Fuss hinter der Aufschlaglinie, zwischen der gedachten Verlängerung der Mittellinie und der Seitenwand.
- Du lässt den Ball in deinem Feld auf den Boden prallen und schlägst ihn danach.
- Im Moment des Treffens ist der Ball auf oder unter Hüfthöhe, und mindestens ein Fuss hat Bodenkontakt.
- Der Ball fliegt diagonal übers Netz und landet im Aufschlagfeld gegenüber. Linien zählen als gut.
Ein Aufschlag ist ein Fehler, wenn der Ball ausserhalb des Aufschlagfelds landet, deinen Partner oder dich trifft, oder wenn er nach dem Aufprall im richtigen Feld ans Gitter prallt, bevor er ein zweites Mal aufkommt. Die Glaswand ist dagegen erlaubt.
Berührt der Aufschlag das Netz und landet danach im richtigen Feld, wird er wiederholt, solange er nicht vor dem zweiten Aufprall ans Gitter geht.
Die Wände: was erlaubt ist
Nach einem gültigen Aufprall in deinem Feld bleibt der Ball im Spiel, auch wenn er danach an Glas oder Gitter prallt. Du musst ihn zurückspielen, bevor er ein zweites Mal den Boden berührt.
Du darfst den Ball auch gegen deine eigene Wand schlagen, damit er von dort ins gegnerische Feld fliegt. Nicht erlaubt ist, dass der Ball von deiner Seite aus direkt an die Wand oder ans Gitter des Gegners fliegt, ohne vorher auf dessen Boden aufzukommen. Dann ist der Punkt verloren.
Weitere Situationen, in denen du den Punkt verlierst:
- Du, dein Schläger oder deine Kleidung berührt das Netz oder die Pfosten, während der Ball im Spiel ist.
- Der Ball springt ein zweites Mal auf, bevor du ihn spielst.
- Der Ball trifft dich oder deinen Partner (ausser am Schläger).
- Der Ball berührt nach deinem Schlag das Gitter oder den Boden auf deiner eigenen Seite.
- Ihr trefft den Ball beide oder einer von euch trifft ihn zweimal.
- Du schlägst den Ball, bevor er das Netz überquert hat.
- Die Schlaufe am Handgelenk reisst oder dir fällt der Schläger aus der Hand.
Prallt der Ball nach einem gültigen Aufprall durch ein Loch im Gitter nach draussen oder bleibt er oben auf der Wand liegen, gewinnt der Schlagende den Punkt.
Spielen ausserhalb des Platzes
Auf Plätzen mit genügend Auslauf und offenen Seitentüren darf man dem Ball nach draussen folgen und ihn von dort zurückspielen. Ob das erlaubt ist, hängt vom Platz ab: Das Regelwerk verlangt dafür eine hindernisfreie Zone von mindestens 3 × 4 Metern hinter jeder Öffnung. Auf den meisten Clubplätzen ist das nicht der Fall, dann ist ein Ball, der nach dem Aufprall durch die Tür hinausfliegt, ein Punkt für den Schlagenden.
Zählweise: Vorteil, Golden Point und neu der Star Point
Die Punkte laufen wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel. Ein Satz geht an das Paar, das zuerst 6 Spiele mit 2 Spielen Vorsprung gewinnt; bei 6:6 folgt ein Tie-Break bis 7 Punkte. Ein Match geht über zwei Gewinnsätze.
Beim Stand von 40:40 kennt das Regelwerk ab 2026 drei Varianten:
| Variante | So funktioniert sie |
|---|---|
| Vorteil | Klassisch wie im Tennis: nach Einstand braucht ein Paar zwei Punkte in Folge. |
| Golden Point | Bei 40:40 entscheidet ein einziger Punkt. Das rückschlagende Paar wählt, auf welcher Seite es annimmt. |
| Star Point (neu) | Zweimal wird mit Vorteil gespielt. Kommt es zum dritten Einstand, entscheidet ein einziger Punkt, der „Star Point“. |
In der Freizeit wird meist mit Golden Point gespielt, weil Matches so planbarer dauern. Welche Variante gilt, legt ihr vor dem Spiel fest. Bei Mixed-Doppeln nimmt beim Entscheidungspunkt immer die Person an, die das gleiche Geschlecht hat wie die aufschlagende.
Seitenwechsel
Die Seiten werden nach dem 1., 3. und jedem weiteren ungeraden Spiel eines Satzes gewechselt, im Tie-Break nach jeweils 6 Punkten.
Schläger und Ball
Auch Ausrüstung ist geregelt. Ein Schläger darf höchstens 45,5 cm lang, 26 cm breit und 38 mm dick sein und muss eine Schlaufe am Griff haben, die ums Handgelenk gehört. Der Ball sieht aus wie ein Tennisball, Grösse, Gewicht, Sprunghöhe und Innendruck sind aber eigens festgelegt. Mehr dazu in Padelbälle: Was sie vom Tennisball unterscheidet.
Quellen
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